Christus kommt

Christus <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Daniel&nbsp;Rickenbach)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchestaefa.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>385</div><div class='bid' style='display:none;'>8871</div><div class='usr' style='display:none;'>172</div>
Ab dem 1. Advent wird in unserer Kirche eine Christusfigur stehen. Geschnitzt aus einem einzigen Baumstamm hat sie Daniel Rickenbach aus Frauenfeld und zwar ursprünglich für das Stäfner Herbstfest dieses Jahres. Christus sollte vorne auf unserem Festwagen stehen...
Monika Götte,
Das Herbstfest-Motto «Stäfa isch magisch» wollten wir auf die «heiligen Momente» kirchlichen Lebens umdeuten und mit Täuflingen, Konfirmand*innen, Brautpaaren u.v.m. angeführt von eben dieser Christusfigur durch den Ort ziehen. Nun kam uns das Coronavirus dazwischen, das Herbstfest wurde auf 2021 verschoben. Unsere Christusfigur aber wurde schon angefertigt und findet nun für knapp ein Jahr einen Platz im Chor der Kirche, bis sie zum Herbstfest im Oktober 2021 wieder auszieht.

Die Figur ist unten Baum, in der Mitte Mensch, oben bereits verklärt. Die Hände zeigen die Wundmale des Gekreuzigten, der all unseren Schmerz sieht und kennt. Die Hände signalisieren Seine Offenheit und Weite, «Kommt her zu mir alle». Sein Haupt trägt eine Mischung aus Dornenkorne und Nimbus und deutet auf den auferstandenen Gekreuzigten und dessen Herrlichkeit, die Tod, Leid und Schuld überwindet.

Kommt es Ihnen ungewöhnlich vor, dass eine plastische Figur in einer evangelischen Kirche steht? Haben nicht einst die Reformatoren die Kirchen gestürmt und alle Bilder hinausgeworfen und verbrannt? Das taten sie zum Teil, ja. Sie warfen Figuren hinaus, denen ihres Erachtens unsachgemässe Verehrung und Anbetung zukam, Heiligen- und Marienfiguren vor allem. Unser Christus ist keine Figur, die angebetet oder verehrt werden soll. Sie soll uns lediglich den menschgewordenen Sohn Gottes symbolhaft vor Augen führen. Lassen Sie es mich so erklären: Neben meinem Computer steht eine russische Christusikone; weder bete ich zu dieser Ikone noch habe ich das Gefühl, dass Christus in diesem Bild gegenwärtig wäre. Und doch aber erinnert sie mich an ihn, an seinen Zuspruch und seinen Anspruch an mich. Sie führt mir vor Augen, was ich im Alltag, wenn dies und jenes drängt, allzu oft vergesse. Dazu soll auch unsere Christusfigur in der Kirche dienen: Uns vor Augen zu führen, was wir zwar wissen und glauben, und doch nicht immer fassen können, dass wir zu Ihm kommen können mit all unserer Not, unserem Schmerz und unserer Schuld. Dass er neues Leben schenkt.
Vielleicht finden wir Freude an dieser Zwischenlösung. Ich auf jeden Fall freue mich darauf!

» Website von Daniel Rickenbach