reformiert.lokal 06.02 - Wie ich die Pandemie erlebte

reformiert. (Foto: Kirche Schweiz): Logo der Zeitung reformiert.
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Leitartikel - Wie ich die Pandemie erlebte

Die Pandemie hat Spuren hinterlassen. Das Coronavirus hat der Welt buchstäblich den Atem genommen. Alles, oder fast alles, stand auf einen Schlag still: Schulen wurden geschlossen, Homeoffice angeordnet, Veranstaltungen wurden abgesagt, nicht systemrelevante Geschäfte geschlossen, die Grenzen wurden dichtgemacht und die Leute blieben zuhause.

Ich spürte die Ängste der Menschen, wenn sie Mitmenschen begegneten. Der eine hustete, der andere nieste, vielleicht hatte er ja Corona? Ich sah die unsäglichen Bilder im Fernseher von Erkrankten auf den Intensivstationen, von all dem Leid, welches das Virus mit sich brachte. Ich las in der Presse die unglaublichen Geschichten von geschlossenen Restaurants, von Menschen, die ihre Arbeit und Existenz von heute auf morgen verloren hatten. Täglich verfolgte ich die Zahl der Neuinfizierten und der Verstorbenen. Es schien kein Ende zu nehmen.

Die Pandemie hat Spuren hinterlassen, auch bei mir ganz persönlich. Nicht nur eine Distanz von mehreren hundert Kilometern, auch geschlossene Grenzen verunmöglichten es mir, meine Eltern und meine Töchter zu besuchen. Das war nicht einfach. Aber ebenso erging es meinen Mitmenschen. Familien durften ihre Grosseltern nicht besuchen. Diese waren in ihren Wohnungen oder in Heimen isoliert und kämpften gegen die Einsamkeit. Mit der Zeit wurden die Menschen immer gereizter und ungeduldiger, sie hatten genug und waren des Virus müde.

Umso mehr freut es mich, dass ich wieder Menschen auf den Terrassen der Restaurants an Tischen sitzen sehe. Sie essen und trinken, lachen und sind fröhlich. Ich habe den Eindruck, als ob die Menschen wieder freier und positiver in die Zukunft schauen und vielleicht schon ihren nächsten Urlaub buchen.

Mit den Lockerungen kommt wieder Leben in unsere Gesellschaft, man darf wieder mit gutem Gewissen unterwegs sein, einen Ausflug machen, auf dem Schiff die frische Luft einatmen, während der Fahrtwind einen herrlich um die Ohren bläst. Vielleicht gönnen auch Sie sich bald wieder eine Fahrt mit dem Raddampfer auf dem Zürichsee!

Dirk Andexel, Sozialdiakon

Dirk Andexel
Kirchbühlstrasse 40
8712 Stäfa

044 927 10 60


Frühere Ausgaben:
Ab Februar 2020 wurde der Name der Gemeindeseiten von reformiert.stäfa auf reformiert.lokal geändert.


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