reformiert.lokal 11.2 - Advent, Advent

reformiert. (Foto: Kirche Schweiz): Logo der Zeitung reformiert.
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Leitartikel: Advent, Advent

Die Adventszeit ist eine traditionsreiche Zeit. Adventskalender, Adventslieder, Weihnachtsgeschichten, Guezlibacken, Weihnachtsmärkte, Konzerte und Lichterketten sind einige der Gepflogenheiten des Advents. Wir sind es uns gewöhnt, dass immer alles verfügbar ist. Märkte, Sonntagsverkäufer, Onlineanbieter sorgen dafür. Warten oder Verzichten scheint in unserer Wohlstandsgesellschaft selten geworden zu sein.

Die Adventzeit setzt dazu einen Kontrast, denn es ist eine Sehnsuchtszeit. Einige erwarten voller Vorfreude den grossen Tag und andere sind froh, wenn der Weihnachtsstress endlich vorbei ist! Sie ersehnen sich die Post-Weihnachtzeit. Brüche, Träume und Bedürfnisse erscheinen im Licht der allgegenwärtigen Bilder von glücklichen Familien, ausgefallenen Geschenkideen und aufwendigen Gerichten besonders stark. Dabei wird Weihnachten selbst oder die Zeit danach als besonders friedvolle Zeit erwartet.

Der Advent ist als Vorbereitungszeit für die Festzeit Weihnachten gedacht. Jeden Sonntag wird eine zusätzliche Kerze angezündet. Gerade für Kinder ist die Adventszeit die Erwartungszeit des Jahres schlechthin. Begeisterung, Vorfreude und Neugier erleuchten viele Kinderaugen. An Weihnachten schliesst sich die Freudenzeit von Epiphanias an, wo Christus als das Licht der Welt gefeiert wird. Diese christlichen Vorbereitungs-, Fest- und Freudenzeiten prägen und gliedern unser Leben.

Im Advent wird Weihnachten und die heilige Familie gerne idealisiert. Denn in der Weihnachtsnacht sind Mensch, Tier und Kosmos miteinander im Einklang. Es herrscht Frieden, Freude und es fehlt nur noch der Eierkuchen. Doch ist dem so? War die erste Weihnacht so? Schauen wir genau hin, wird sichtbar: Ein unverheiratetes Paar kriegt in einem stinkenden Stall ein Kind. Die ersten Besucher sind von der Gesellschaft ausgesonderte Hirten, die aus der kalten Nacht und der Einsamkeit der Felder übernächtigt daherkommen. Vielleicht ist es an der Zeit mit überhöhten Vorstellungen und dem damit verbundenen Stress und Streit in dieser Adventszeit zu brechen.

Nicht jeder Weihnachtsmarkt muss besucht werden und nicht alle hundert Guezlisorten wollen gebacken werden. In der Adventszeit können auch urmenschliche Bedürfnisse nach Nähe, Herzlichkeit und Zugehörigkeit aufbrechen, die durch Weihnachtsaktivismus nur teilweise verschwinden.

Ja, diese christlichen Vorbereitungs-, Fest- und Freudenzeiten prägen und gliedern auch unser inneres Leben. Die Sehnsucht nach Frieden, das Verlangen nach Heimat und Geborgenheit findet einen Ort, wenn auch an überraschender Stelle. Jesus sagte: «Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.» (Mt 11,28)

Anna Lerch, Pfarr-Vikarin

Anna Lerch
Kirchbühlstrasse 40
8712 Stäfa


Frühere Ausgaben:
Ab Februar 2020 wurde der Name der Gemeindeseiten von reformiert.stäfa auf reformiert.lokal geändert.


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