Persönlich - Pssst...!

Michael Pelzel <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Foto:&nbsp;Lisbeth&nbsp;Grimm)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchestaefa.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>33</div><div class='bid' style='display:none;'>2864</div><div class='usr' style='display:none;'>55</div>
Michael Pelzel (Foto: Foto: Lisbeth Grimm)
Eine Zeit lang konnte in den Strassen Stäfas und auch andernorts ein Plakat mit folgender Aufschrift gesehen werden: «pssst…», im Hintergrund dazugeschrieben: «weniger brummen, knurren, knarren, etc». Es sollte, so denke ich, die Bevölkerung dazu aufzurufen, «leiser» zu sein. Warum eigentlich?
Michael Pelzel, Organist,
In unserem, besonders in der Sommerzeit, idyllischen und wunderschön gelegenen Dorf am Zürichsee ist es doch jetzt schon unglaublich ruhig. Ich erlebe diese Stille, wenn ich manchmal nachts um zwei, drei oder vier Uhr mit dem Velo vom Üben zurückkehre und wüsste nicht, was noch stiller oder «pssst…»-er sein könnte. Auch im täglichen Zusammenleben fühle ich mich sehr wohl in unserem Dorf, im vertrauten Umfeld, man geht respektvoll und freundlich miteinander um.

Dennoch gibt es Tendenzen zum «Kontrollwahn» in unserer Mentalität aufgrund mangelnden Vertrauens in die Mitmenschen – und das Leben – wenig Toleranz auch. Kehrichtsäcke, welche knapp am falschen Ort stehen, ein frischer Küchengeruch, der kurzzeitig den Hausflur durchweht, Kirchenglocken oder Kuhglocken, die ausserplanmässig klingeln, alles stört und wird sofort beanstandet, in der Hoffnung auf höhere Lebensqualität. Falsch! Das Gegenteil ist richtig: Die Lebensqualität sinkt, wenn wir uns an die paar Wenigen anpassen, die alles und jedes stört oder zu laut, zu eckig, zu rund, zu nass oder zu trocken ist.

Deshalb möchte ich zu etwas mehr «live and let live» anregen und nicht zu «psssst…», immer leiser, sondern uns doch gerade bei diesem schönen, sommerlich-mediterranen Wetter zur Zeit mal etwas lauter und vielleicht «pffft…» anstatt «pssst…» zu verhalten. Nicht dass wir in ein paar dutzend Jahren anstelle von Alterswohnungen in der Lanzeln klangtote Sanatorien errichten müssen, in welche wir uns alle kollektiv einweisen lassen können, weil wir Emissionen des Lebens – oder den «Klang» des Zusammenlebens – nicht mehr ertragen.

Michael Pelzel, Organist


Michael Pelzel
Ebnetstrasse 8
8712 Stäfa

079 261 64 94


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