Persönlich - Spassgesellschaft?

Was beschäftigt die Jugendlichen heute? Wo stehen sie in ihrem Alltag? Was macht ihnen Kummer, was macht ihnen Freude? Wo sind Möglichkeiten, sie in der kirchlichen Jugendarbeit zu begleiten? Das alles sind Themen, mit denen ich mich als Jugendarbeiterin beschäftige.
Isabella Wiepel,
Die Jugendlichen, die wir in unserem Umfeld erleben, sind geprägt durch gesellschaftliche Entwicklungen, regionale Lebensformen und Erfahrungen aus der eigenen Familie. Die Universität Gießen hat zum Thema «wie ticken die Jugendlichen heute» im Jahr 2012 mit 6000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren die Studie «Jugend.Leben» durchgeführt. Über die Ergebnisse der Studie resümiert das Stern- Magazin, dass die folgenden Punkte den Jugendlichen besonders wichtig sind: Leistung. Familie. Verlässlichkeit.

Diese Ergebnisse überraschen vielleicht, wird die Jugend doch oft mit einer Spassgesellschaft assoziiert. Dass die Jugendlichen schon in der Schule mit einem hohen Leistungsdruck zu kämpfen haben, ist weitestgehend bekannt. Dass die Jugendlichen aber auch einen enormen Druck durch ihre Möglichkeiten verspüren, vielleicht weniger. Viele Jugendliche denken: Du hast 1000 Möglichkeiten, also nutze sie. Wenn soviel möglich ist, Grenzen wegbrechen und durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit alles ständig in Bewegung ist, so kann man aus den Ergebnissen der Studie interpretieren, dass Jugendliche ein Bedürfnis empfinden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mich freut es sehr, dass wir die Jugendlichen in unseren Angeboten genau dort abholen können. Wir können ihnen einen Raum bieten, fernab von der Leistungsgesellschaft, wo sie nicht funktionieren müssen wie in der Schule, sondern wo das Menschsein im Mittelpunkt steht, wo jeder Anerkennung erfährt, so wie er ist, wo die Werte der Gemeinschaft erlebt und Wertschätzung gelebt wird


Isabella Wiepel, Jugendarbeiterin





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